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Gesunde Ernährung im Alter

Gerade die Pflegeversicherung hat es auch möglich gemacht, dass viel mehr alte Menschen in ihren eigenen vier Wänden ihren Lebensabend verbringen können, auch wenn sie nicht mehr alles im Haushalt selbst versorgen können. In vielen Fällen übernehmen Mitglieder der Familie ein Teil derVersorgung oder sogar die gesamte Pflege der Eltern oder alten, pflegebedürftigen Angehörigen. Auch wenn die körperliche Pflege vielleicht von einem Pflegedienst übernommen wird, sorgen Angehörige oft zumindest für die Zubereitung des Essens und die Einkäufe.

Ernährung im Alter

© https://pixabay.com/de/alte-generation-80er-jahre-senior-1106317/

Dann stellt sich die Frage, was ist für den Pflegedürftigen im Alter bekömmlich und dennoch gesund. Doch nicht nur im Falle der Pflegebedürftigkeit ergibt sich die Frage nach der richtigen Ernährung im Alter. Auch ein alter Mensch, der keiner Pflege bedarf, sondern noch recht gut alleine zurechtkommt, sollte auf seine Ernährung achten.

Andere Maßstäbe an Ernährung im Alter

Inhaltsverzeichnis:

Vieles verändert sich mit dem zunehmenden Alter, dabei auch der Geschmack. DieGeschmacksnerven verlieren oft an Empfindlichkeit und Feinheit, wie etliche andere Nervenverbindungen auch. Daher lassen Appetit und Hungergefühl nach. Hinzu kommt, dass bei nachlassender körperlicher Aktivität auch der Nahrungsbedarf sinkt. Alte Menschen brauchen zwar in der prozentualen Zusammensetzung eine Ernährung, wie sie empfehlenswert ist – 55 % bis 60 % Kohlehydraten, 10 % bis 15 % Eiweiß und 30% Fett – jedoch insgesamt einfach weniger Essen pro Portion. Im Alter kann es auch bekömmlicher sein, nicht drei große Mahlzeiten, sondern mehrere kleinere Mahlzeiten zu essen.

Besonders, wenn ein Mensch nicht mehr, oder nur sehr bedingt mobil ist, also viel liegt, bettlägerig ist, sollte auf entsprechend leichte Kost geachtet werden. Die Ballaststoffe sind allerdings gerade wichtig, damit dennoch die Verdauung in Schwung bleibt. Da viele Speisen nicht mehr so gut gekaut werden, auch nicht gern gekaut wird, können auch ballaststoffreiche Speisen zerkleinert werden.

Sollte man in jungen Jahren wegen der Kalorien eher mit den vielen Soßen sparsam umgehen, darf beim älteren Menschen ruhig reichlich Soße dabei sein, da dann das Schlucken leichter fällt. Eintöpfe, reichhaltige Suppen sollten viel öfter auf dem Speiseplan stehen. Die Vitamine sind gerade im Alter wichtig. Wenn das Kauen schwer fällt, können Beerenobst, Bananen, weiche Birnen, klein geschnittene Orangen, Pfirsiche und Nektarinen, geriebener Apfel den Vitaminbedarf wunderbar decken. Werden sie auch noch mit Quark oder Joghurt gereicht, so ist auch der Kalziumbedarf gedeckt.

Viele ältere Menschen leiden an Diabetes oder auch an der Unverträglichkeit von etlichen Speisen, da das Verdauungssystem nicht mehr so intakt ist. Bei Diabetikern muss selbstverständlich die empfohlene Diät eingehalten werden. Bei Unverträglichkeiten, zum Beispiel von Hülsenfrüchten, kann auf bekömmlichere Ballaststoffe, wie Weizenkleie ausgewichen werden. Weizenkleie ist sehr reich an Ballaststoffen und kann in kleinen Dosen der Quarkspeise oder dem Fruchtjoghurt beigemischt werden.

Genug trinken und essen, was schmeckt

Ausreichend zu trinken ist für viele ältere Menschen ein Problem. Das Durstgefühl lässt nach. An dasTrinken wird oft von selbst gar nicht gedacht. Es ist jedoch unabdingbar wichtig, dass zu jeder Mahlzeit etwas getrunken wird und auch zwischen den Mahlzeiten. Dies ist auch eine wichtige Bedingung für eine vollständige Gehirnfunktion. Auch wenn manche Nahrungszubereitung für einen alten und pflegebedürftigen Menschen an die Kinderkost erinnert, alte Menschen sind keine großen Kinder.

Sie haben ihren eigenen Geschmack und eigenen Appetit. Eine gewaltsame Nahrungsumstellung im Alter ist nicht anzustreben, wenn dies nicht aus medizinischer Sicht nötig ist. Vielmehr sollte der alte Mensch essen, was ihm schmeckt. Gerade, weil der Geschmack ein wenig nachlässt, ist es wichtig, dass das Essen gut anzusehen ist und appetitlich hergerichtet ist. Ältere Menschen dürfen auch – wenn sie nicht eine bestimmte Diät halten müssen – auch ihrer Leidenschaft für den Kuchen oder die Kekse am Nachmittag frönen. Essen soll genussvoll sein und nicht eine lästige Plage. Gerade, wenn ältere Menschen nicht mehr selbst ihr Essen zubereiten können, sollte sie nach ihren besonderen Wünschen gefragt werden.

Die spezielle Alterskost gibt es in dem Sinn nicht. Wichtig ist, dass der Körper ausreichend Nährstoffe und Flüssigkeit erhält. Ansonsten soll das Essen einfach Spaß machen und gut schmecken.

Text: Heilpraktiker Felix Teske








Autoren & Experten:
Wissenschaftlicher Beirat: Prof. Dr. med. Hermann Eichstädt, Berlin. Facharzt Innere Medizin & Kardiologie, Lebenszeitprofessor i.R. der Charité Berlin. Geschäftsführender Vorstand der Berlin- brandenburgischen Gesellschaft für Herz- und Kreislauferkrankungen e.V.
Journalist: Horst K. Berghäuser
Heilpraktiker: Felix Teske

Literatur, Quellen und Verweise:
Rationelle Diagnostik und Therapie in der Inneren Medizin
Thieme Verlag
Praktische Labordiagnostik - Lehrbuch zur Laboratoriumsmedizin, klinischen Chemie und Hämatologie
Grönemeyers Buch der Gesundheit
Hallesche Krankenversicherung


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